Verformungsmethode
Die heute üblichen, kraftbasierten Verfahren wie Ersatzlast oder Antwortspektrum basieren auf elastischem Verhalten des Materials. Dieser Ansatz führt in einem mittelmässig gefährdeten Erdbebengebiet wie der Schweiz zu unrealistisch grossen Kräften in Bauwerken.
Im verformungsbasierten Verfahren werden die nichtlinearen dissipativen Reserven des Bauwerks völlig ausgenützt und führen zu eher realistischen und entsprechend wirtschaftlichen Lösungen.
Das Bundesamt für Umwelt empfiehlt, zur Berechnung, Bemessung und konstruktiven Gestaltung der Bauteile das verformungsbasierte Verfahren zu verwenden (BAFU, Flyer "Erdbebensicheres Bauen", 2007).
Beispiel:
5-geschossiges Gebäude in der Schweiz, Zone 1, Mauerwerk. Bodenklassse C,
Baujahr 1965, Bauwerkklasse I., Lebensdauer 40 Jahre, αadm = 0.72
Erfüllungsfaktor:
1. Kraftbasierte Methode: αeff = 0.6
αeff < αadm » Verstärkung zu bearbeiten
(Beurteilung der Verhältnismässigkeiten)
2. Verformungsbasierte Methode:
gemäss SIA 2018 und SIA 266 αeff = 0.78
αeff > αadm » Keine Verstärkung
